"Gedanken Fasten - Frühjahrsputz im Geist"

TAG 28

„EIN JA IST NICHT BESSER ALS EIN NEIN.“

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Gedanken - Fasten ... Frühjahrsputz im Geist

 

Tag 28:

 

Ein Ja ist nicht besser als ein Nein.

 

Hallo & Herzlich Willkommen zum 28.Tag unseres Kurses! : )

 

 

 

Ja-Sagen ist nicht besser als Nein-Sagen.

 

Denn: Jedes Ja beinhaltet das Nein. Und jedes Nein beinhaltet das Ja.

 

Sie sind absolut gleichwertig, denn ich kann nicht zu irgendetwas Ja sagen ohne zu etwas anderem Nein zu sagen - im gleichen Moment.

 

Mit jeder Wahl, mit der ich mich für etwas entscheide, entscheide ich mich gegen etwas anderes.

 

Wenn ich beim Eisverkäufer stehe, und ich Vanille und Haselnuss wähle, dann sage ich Ja zu Vanille und Ja zu Haselnuss, und im gleichen Moment sage ich zu den anderen 28 Eissorten Nein.

 

Doch das ist nicht Urteilen, sondern Wählen. Ich verurteile die anderen 28 Eissorten nicht. Sie dürfen da sein. Ich bin ihnen nicht böse und hege keinen Groll.

 

Für mich war es lange Zeit so, dass ich mich beim Nein sagen schuldig gefühlt habe, und das Gefühl hatte, mit einem Nein lehne ich jemanden oder etwas ab.

 

Aber das stimmt gar nicht. Gott sagt zu allem Ja. Alles, was da ist, ist ja schon da. Da gibt es für mich nichts anzunehmen oder abzulehnen. Die bloße Existenz von etwas bedeutet, dass es angenommen ist, dass es Bestandteil der Schöpfung ist, dass es gewollt ist.

 

Pistazieneis ist - ob ich es esse oder nicht. Eine Rose blüht – ob ich sie sehe oder nicht, oder ob ich sie gar nicht beachte, weil ich gerade das Gänseblümchen bestaune.

 

Es ist nicht meine Aufgabe, die Verantwortung zu übernehmen, ob jemand anderes sich evtl. schlecht fühlt, weil ich etwas anderes wähle - wenn er von mir ein Nein bekommt. Es ist nicht meine Aufgabe, die Verantwortung zu übernehmen für die Gefühle anderer.

 

Wenn mich jemand fragt: Möchtest du mit mir essen gehen, und ich habe ein Nein, sage ich – wenn ich es mir erlaube auch nein zu sagen ; ) – im gleichen Moment damit auch Ja: Ja, zu meinem Nein. Ja zu, ich will gerne zuhause bleiben... oder zu was auch immer, ich lieber machen würde... Das bedeutet überhaupt nicht, dass ich die Person ablehne.

 

In einem Nein, stecken viele Ja‘s. Die Frage ist nur, erlaubst du dir dein Nein? Bist du dir treu?

 

In meiner Erfahrung hat sich gezeigt, dass wenn ich ein Nein geäußert habe, und der andere in dem Moment nicht so glücklich damit war, es sich im Nachhinein immer herausgestellt hat, dass es auch für ihn gut war. Er bekam neue Impulse... hatte eine tolle Zeit mit sich.. hat „zufällig“ jemanden getroffen, den er schon ewig nicht mehr gesehen hatte... hat was tolles erlebt... so dass ich immer mehr Zuversicht bekommen habe, dass wenn ich ein Nein habe, dann kommt das nicht ohne Grund, auch wenn ich ihn nicht kenne.

 

Ich darf meinem Nein vertrauen. Denn Gott macht den Plan - nicht ich. Ich weiß nicht, was für wen ich welcher Situation gut oder schlecht ist. Das weiß ich noch nicht einmal für mich. Das einzige, was ich weiß, ist, was ich fühle... Gottes Stimme spricht zu mir durch mein Gefühl... Wer gibt mir denn meine Nein‘s und meine Ja‘s? Wenn ich ein Ja-Gefühl habe, will Gott, dass ich Ja sage. Wenn ich ein Nein-Gefühl habe, will Gott, dass ich Nein sage. Und wenn ich dem immer mehr vertraue, und dem Fühlen in mir treu bleibe, werde ich immer entspannter, glücklicher, lebendiger und kann immer schuldfreier Nein oder Ja sagen.

 

Ich erlaube mir immer mehr, spontan und frei zu entscheiden, ohne schlechtes Gewissen.

 

So wird das Leben leichter. Denn gewisse Dinge, die ich nicht will, verschwinden endlich aus meinem Leben. Wenn ich 10 mal zu etwas Ja sage, obwohl es in mir Nein schreit, dann kommt es zum 11. Mal nochmal und zum 12. Mal nochmal... solange, bis ich in der gleichen Situation endlich meine wahre Wahl treffe... dann ist es erledigt.

 

Das habe ich schon so oft erlebt... könntest du mal bitte dies... könntest du mal bitte das... bis ich Nein sage... dann kommen ungewollte Anfragen zuerst seltener... und dann irgendwann gar nicht mehr.

 

Das Leben wird leicht und schön und frei, wenn wir dem unschuldig vertrauen, was in uns ist, und nicht denken, dass wir böse sind, wenn wir Nein sagen, dass Nein Ablehnung bedeutet, oder dass ein Nein überhaupt etwas Schlechtes für jemand anderen bedeuten könnte.

 

Der Andere trägt Verantwortung für sich selbst. Er (oder sie) ist verantwortlich dafür, was er denkt und fühlt in jeder Situation.

 

Mein Nein kann die größte Befreiung für jemanden sein. Wenn jemand durch mein Nein enttäuscht ist – wunderbar! Dann wird er von seiner Täuschung befreit, dass in meinem Ja sein Glück bestanden hätte. Ich gebe ihm seine Macht zurück, die er an mich abgetreten hat.

 

Jetzt kommt mir noch die Frage: Erlaube ich mir manchmal auch nicht mein Ja?

 

Mmmhh... ja, das mache ich... manchmal habe ich spontan ein Ja zu ganz verrückten Ideen... wenn ich durch die Stadt laufe, würde ich am liebsten Freudensprünge machen... „nein... doch nicht hier...“ oder mich auch mal auf den Boden setzen und einen Hut aufstellen und schauen, was passiert... und dann kommen ganz schnell Gegenargumente... um mein als verrückt beurteiltes Ja möglichst schnell weg zu argumentieren... „bist du verrückt geworden... das kannst du doch nicht machen... wenn dich jemand sieht, der dich kennt...“ und: weg ist es, mein Ja... doch damit argumentiere ich gegen mich selbst... und damit gegen Gott...

 

Jesus hat gesagt:

 

„Lass dein Ja ein Ja sein - und dein Nein ein Nein.“

 

Und was mir auch gut gefällt, ist:

 

„Sage Ja zu deinem Nein.“

 

Wenn wir das machen, gibt es nichts zu entscheiden... einfach nur fühlen und machen... Denn du spürst deutlich dein Ja, und du spürst deutlich dein Nein. Die Frage ist nur, ob du sie dir erlaubst.

 

 

 

I. Übung:  Ja oder Nein

 

Schau dir heute mal an, wenn du durch deinen Tag gehst, wie du mit deinen Entscheidungen umgehst...

 

Versuchst du manchmal aus einem Nein, das du innerlich spürst, doch ein Ja zu machen, dich zu manipulieren, dir die Situation schön zu reden?

 

Würdest du lieber im Sinne des Anderen antworten als in deinem Sinne?

 

Übergehst du manchmal dein Nein?

 

Oder dein Ja?

 

Wie viel Verrücktes, Spontanes erlaubst du dir?

 

Wie oft argumentierst du mit dir, bis dein Nein ein Ja geworden ist, oder dein Ja ein Nein?

 

 

 

II. Fragen:

 

Frage dich zwischendurch, wann immer es dir bewusst wird:

 

Wozu habe ich jetzt wirklich ein Ja?

 

Wozu habe ich jetzt wirklich ein Nein?

 

Vertraue ich darauf?

 

Oder hätte ich es lieber anders?

 

 

 

III. Essenz

 

Ja-Sagen ist nicht besser als Nein-Sagen.

 

Ja- oder Nein-Sagen ist nicht Urteilen, sondern Wählen.

 

Es ist nicht meine Aufgabe, die Verantwortung zu übernehmen für die Gefühle anderer.

 

Ich darf meinem Nein und meinem Ja vertrauen. Denn Gott macht den Plan. Er weiß, was für wen ich welcher Situation gut ist.

 

Ich lasse mein Ja ein Ja sein - und mein Nein ein Nein.

 

 

 

Ich wünsch euch einen schönen Tag! : )